Claus’s Blog

Not just another Claus‘ Blog since there are not many Claus‘ out there

Der Herbst ist hier so schön um diese Jahreszeit… Teil II: die Übung und Epilog

Posted by daClaus - Donnerstag, 11. Oktober 2012

Willkommen bei Teil II der zweiteiligen Reihe „Es grünt so grün“. Wer zufällig hier herein gestolpert ist, sollte eventuell Teil I lesen, wer von Teil I kommt, kennt ihn eh schon.
Also, wo beginnen wir heute? Am Besten am Anfang.

Kaum bestellt, schon geliefert.

Montag, 10. September 2012

Verlegung. Den Weg in die Kaserne muss ich nicht näher erwähnen. Wir starten wieder früh in den Tag, kommen doch heute die restlichen Milizkameraden, die in der Woche zuvor eingerückten Kommandanten brauchen schließlich auch jemanden zum Kommandieren. Sonst wird’s fad. Der DDS (Deutschmeister Devotionalien Shop) ist Punkt 1 auf der Tagesordnung und schnell aufgebaut. Wachtmeister B. holt derweil unseren Gast für die Übung ab, einen freischaffenden Journalisten, nennen wir ihn doch Toni (interessanter Weise heißt er auch so), der bei uns als „embedded journalist“ über die Übung berichtet.

Das war auch schon so ziemlich das Highlight des Vormittages, den wir im Wesentlichen mit internen Abstimmungen verbingen, für die sich das Garnisonskasino natürlich anbietet. Gut abgestimmt wohnen wir der Übergabe von etwa 100 Rekruten der 3. Gardekompanie bei, die für die Zeit der Übung in unser Bataillon eingegliedert werden. Ihre Kommandanten unterstützen uns als Instruktoren, schließlich ist die Garde ja nicht umsonst unser Partnerverband. Es folgt eine interne Abstimmung, diesmal beim Mittagessen. Der Rest des Bataillons verbringt den Vormittag mit Packen für die Verlegung nach Allentsteig. Wir haben uns einen Pinzgauer (aka Pinz’n) besorgt und ihn bereits mit unserer Ausrüstung befüllt. Bis unter’s Dach. Danach schlägt die koordinierte Planlosigkeit zu, keiner weiß, wann es losgeht, wer wann wohin verlegt – wobei, nein, das wohin war ja bekannt – Zeitpläne werden nach hinten verschoben. Es entwickelt sich eine gewisse Eigendynamik, aber keiner weiß, in welche Richtung.

Von einer Sekunde auf die andere bricht Panik aus, weil befohlen wird, dass sich jeder sofort, gleich und in der Sekunde bei den Großraumbussen einzufinden hat, um noch einen Platz zu bekommen. Einer hysterischen Gnu-Herde gleich galoppiert die olivgrüne Meute auf den Antreteplatz, wo die Busse stehen. Zugegeben, das ist jetzt leicht übertrieben, so kommt es mir aber vor. Die plötzliche Aufregung lässt mich völlig kalt, weil ich 1) sicher bin, dass die Busse nicht zu 20% überbucht sind, weil davon ausgegangen wird, dass einige Gäste nicht kommen, und 2) das unsagbare Vergnügen habe, mit einem 12M18 und zwei Pinz’n im Konvoi nach Allentsteig zu verlegen. Long time, no drive. Nach einer halbstündigen Rochade bei den Kraftfahrern (der fährt hier, der dafür da, nein, doch ganz anders, wenn ja, warum nicht) – nach der am Ende sowieso alles wieder so ist wie am Anfang – ist es mittlerweile gegen 1500 Uhr, und es hat den Anschein, als ginge es los. Der Anschein trügt, denn der Kraftfahrer, den ich ausgefasst habe (korrekter Weise wurde er mir zugeteilt, schließlich liegen Kraftfahrer nicht in irgendeinem Magazin im Regal. Außer, sie pennen), bemerkt, daß er sein Gepäck noch gar nicht im Fahrzeug hat. Wir drehen eine Ehrenrunde in der Kaserne, ich gewinne den Eindruck, mein Kraftfahrer wurde für diese Fahrt quasi gehijackt, und können uns gegen 1530 doch schon auf den Weg ins Waldviertel machen. Die anderen Luschen fahren alle mit dem Bus, pffft. Jetzt fällt mir ein, ich habe sie gar nicht gefragt, ob in ihrem Arrangement ein gratis Schnitzerl und eine Heizdeckenpräsentation inbegriffen waren. Wir schmeissen uns auf die Tangente, tuckern über die Donauuferautobahn und folgen den Wegweisern Richtung Horn. Die Fahrt ist ruhig, die Gegend malerisch, und ich habe genug Zeit, öffentlichkeitsarbeiterisch tätig zu sein und verfasse einen Artikel über die Geschichte unseres Bataillons. Nach zwei Stunden sind wir… Irrtum, noch nicht angekommen, immer noch unterwegs. Mit zwei Pinz’n im Schlepptau dauert eben alles ein bissl länger.

Gegen 1800 Uhr treffen wir im Lager Kaufholz ein und machen uns auf die Suche nach unseren Unterkünften. Meine Zellengenossen sind schon da, laufen mir zufällig auch gerade über den Weg, gottseidank nicht so weit, dass sie unter dem 12M liegen, und weisen mir die vermutete Richtung in unsere vermutete Unterkunft. Dort stehen bereits einige Haufen olivgrün gekleiderter Personen herum, was mir eine gewisse Sicherheit gibt, dort richtig zu sein, die in Allentsteig aber trügerisch sein kann, ist olivgrün dort der Dress Code of Choice. Einige erkenne ich wieder, ich bin also vermutlich richtig. Wir Offiziere sind natürlich anderen gegenüber immer bevorzugt, weshalb ich Platz in einer immens luxuriösen Offiziersunterkunft finde. Einem 8-Bett Zimmer. In dem – wie ich in den folgenden Nächten herausfinden darf – 87,5% schnarchen wie die Bären. Also alle außer mir. Was allerdings jeder von sich behauptet (bei mir stimmt’s aber tatsächlich), und somit eine Schnarcherquote von 87,5*8=700% ergibt. So hat es sich auch angehört. Der Rest hatte 16-Bett Zimmer, mit einer Quote von 1400%. Na bist du deppat…

Ich beziehe also die Unterkunft, suche mir ein freies Bett und einen freien Spind, und überlege, ob ich eher mein Waschtascherl oder doch lieber den Helm im Spind verstaue. Beides gemeinsam hat keinen Platz, der Spind ist eigentlich nur ein Sp, so schmal ist er. Egal, der Rest hat den Großteil seines Gepäcks einfach auf den Spind gepackt, was ich auch tue. Schließlich brauche ich im Spind Platz für meine Waffe, da kann ich damit nicht urassen.

Mein nächster Weg führt mich in den „Command Post“, in dem unser Bataillonsgefechtsstand untergebracht ist. Dort herrscht bereits eifrige Betriebssamkeit, jeder richtet sich seinen Arbeitsplatz ein. Das ist bei uns schnell erledigt, benötigen wir doch nur Schreibzeug und Laptop. Den Rest des Abends verbringen wir mit Vorbereitungen für den Besuchertag, dem Sichten der heutigen Fotos sowie mit dem Verfassen des ersten Artikels für den Blog. Hatte ich erwähnt, daß über die Übung tagesaktuell in Blog-Form auf der Bundesheer Homepage berichtet wird? Nein? Kann man hier (klick) nachlesen. Um 2000 Uhr passiert etwas, das mir bisher auf keiner Übung passiert ist und mich fast völlig verwirrt. Dienstschluß. Bei meinem letzten Verband, einem offensichtlich sehr wehrhaften Versorgungsregiment (mittlerweile aufgelöst, RIP), ging es immer voll durch. Dienstschluß. Cool. Nach einem gepflegten gute Nacht Bier und Geplauder im Gemeinschaftsraum unserer Unterkunft ziehe ich mich in die Höhle der Bärenhorde zurück und verbringe eine vergleichsweise ruhige Nacht. In den Nebenzimmern stehen einige Kameraden gerade vor einem von vibrierenden Gaumenzapferln und Nasenscheidewänden verursachten Nervenzusammenbruch.

Dienstag, 11. September 2012

Ich stehe gegen 0600 auf, nachdem ein zärtlich gehauchtes „TAAAAGWAACHEEEE“ an mein Ohr dringt. Ein Kamerad aus meinem Zimmer findet das gar nicht komisch und meint, dem Chargen vom Tag verbal „die Wadl’n viererichten“ zu müssen. Bissl unlocker, der Knabe. Der Charge sieht das ganze völlig emotionslos. Ich grinse. Auf dem Weg zur Toilette keimt in mir plötzlich der Verdacht auf, dass ich noch im Bett liege, träume und im Traum in unsere Senkgrube gefallen bin. Nein, ich bin munter, und auf dem Häus’l fäults wirklich so.

Der Klassiker. Muß hier rein.

Nicht mein bevorzugter Geruch um diese Zeit. Mein Hirn läuft aber offensichtlich erst an und ist mit dem Bootvorgang zu beschäftigt, um einen aktiven Reckreflex auszulösen, was mir beim Frühstück zu Gute kommt. Es schmeckt. Der Rest der Zelle ist auch schon da.

Schießtag. Da tut sich schon etwas in einem Jägerbataillon. Von der Pistole über Sturmgewehr, Maschinengewehr, überschweres Maschinengewehr (das heißt wegen des größeren Kalibers so, nicht wegen des Gewichts, was aber naheliegender wäre. Sauschwer, das Teil), Panzerabwehrrohr, schwere Granatwerfer und sogar der Panzerabwehrlenkwaffe steht alles am Programm. Den ganzen Tag fahren die Kompanien zwischen dem Lager Kaufholz, der Schießbahn Kühbach und den Schießanlagen bei Großpoppen (Ja, bei dem Namen muß ich auch immer grinsen) hin und her. Sicher interessant, ich bekomme davon leider nichts mit, weil ich mehr oder weniger den ganzen Tag am Gefechtsstand verbringe. Was ich dort konkret gemacht habe, habe ich mittlerweile vergessen. Oberwachtmeister S. hat Toni bei sich eingebettet und begleitet ihn von Animation zu Animation, Zugsführer F. – unser Fotograf und (leider einziger) Kraftfahrer – wird zu einer immens wichtigen, ja fast kriegsentscheidenden, Versorgungsfahrt eingeteilt (Eingeweihten als „die Duschvorhang-Affäre“ bekannt), was es ihm schwer macht, Fotos zu schießen. Der Wiener Militärkommandant besucht uns im Gefechtsstand, wir erkennen die Gunst der Stunde, Wachtmeister B. – beruflich Journalist und mit den Finessen seines Berufs vertraut – lockt ihn in das Besprechungszimmer und quetscht ein Interview aus ihm heraus. Ich mache das gleiche mit unserem Bataillonskommandanten, etwas laienhafter, doch mit passablem Ergebnis.

Das Highlight des Abends ist das angesetzte Nachtschießen auf der Schießbahn Kühbach. Durfte ich in dieser Form noch nie miterleben und hat mich wirklich beeindruckt. Zweck dieses Schießens ist die Vorführung eines Nachtgefechts mit Moderation durch einen unserer Stabsoffiziere. Parallel dazu wurde, als Hintergrundanimation sozusagen, das laufende Fußballmatch übertragen. Zuerst schießt sich der schwere Granatwerfer mit Sprenggranaten ein, um seinen Stand zu festigen. Obwohl die Feuerstellung einige Kilometer entfernt ist, hört man den Abschuss sehr deutlich. Nach einigen Einschlägen im Zielgebiet ist das erledigt und die erste Leuchtgranate wird anmoderiert. Nach über einer halben Minute Flugzeit , immerhin liegt der Scheitelpunkt der Flugbahn bei ca. 3000m Höhe, geht der erste Fallschirm auf, sie segelt zu Boden und erhellt das Gefechtsfeld für die Kameraden in den Stellungen. Die massakrieren darauf hin die anstürmenden Klappscheiben. Gebietsgewinne werden keine erzielt. Feig. Zum Vergleich wird danach mit Leuchtgranaten aus dem Panzerabwehrrohr ausgeleuchtet, das schräg vor uns in Stellung liegt. Weniger Leuchtwirkung, dafür umso lauter. Da pascht’s, die Ohren pfeifen, man spürt die Druckwelle im Bauch. Mit den Maschinengewehren im Hintergrund klingt es fast wie auf einem Death Metal Konzert :). Alle 5 bis 6 Schuss wird die Crew gewechselt, weil denen so der Schädel brummt. Die Leuchtpistole wirkt dagegen fast lächerlich und leuchtet gefühlt gerade so weit aus, um angreifende Gegner mit der Antenne des Funkgerätes zu züchtigen. Danach geht es wieder zurück in die Unterkunft, Dienstschluß wird ausgerufen. Es folgen die drei Bs: Bier – Bett – Bären.

Mittwoch, 12. September 2012

Gefechtsübung, Besuchertag. Der von mir befürchtete Stress an diesem Tag bleibt aus, erfahre ich doch am Vortag, dass sich diese mir in der Vorstaffelung als „Besuchertag für alle“ vermittelte Veranstaltung lediglich auf einige geladene Gäste beschränkt.

Kommunikation ist gut. Wenn sie funktioniert.

Ich darf mich als Einweiser betätigen und weise ganzen zwei Autos den Weg. Der Rest dürfte das Kasernengelände durch eine andere Zufahrt betreten haben. Dafür darf ich dem für die Gefechtsübung bestellten Black Hawk bei der Landung zuschauen. Die Gäste sind scheinbar alle da, zumindest werden sie vom Kommandanten willkommen geheißen. Die später per Lufttransport verlasteten Jäger bekommen inzwischen eine Einweisung in das Verhalten im Helikopter und üben das Auf- und Absitzen. Etwas später werden die Gäste mit dem Black Hawk zur Schießbahn Kühbach geflogen, wo später eine Gefechtsvorführung stattfinden wird, der Rest fährt mit einer Pinz’n nach, und ehe ich mich versehe sind alle weg. Lediglich Oberwachtmeister S. und ich sind zurückgeblieben. Physisch.

Koordination ist gut. Wenn sie funktioniert.

Wir besorgen uns als Transportmittel einen 12M18, der sowieso für das spätere Scharfschießen der Panzerabwehrlenkwaffe gebraucht wird, und lassen uns auf der Ladefläche nach Kühbach chauffieren. Da werden Erinnerungen wach! Gottseidank regnet es, denn dann staubt’s nicht. Das wäre während der Fahrt nicht das Problem, beim Stehenbleiben aber verringert sich die Geschwindigkeit des MTWs schneller als die der Staubwolke, was zur Folge hat, dass man mehr oder weniger wehrlos eingestaubt wird. Ist uns diesmal erspart geblieben. Auf der Schießbahn bricht beim Anblick des MTWs – er dient bei der späteren Schießvorführung als Aussichtsplattform für die Gäste –  helle Aufregung aus. Wir wären hier falsch, heißt es. Wir gehören woanders hin, heißt es. Es wird auf eine Kreuzung auf der Karte getippt, und wir müssen gleich, sofort, und in der Sekunde dorthin abrücken. Also fahre ich als Beifahrer mit, wir biegen an der befohlenen Kreuzung ab und warten auf einem Waldweg. Nach einer Stunde wird’s langweilig, ich sehe den Konvoi zum PAL-Schießen wegfahren, freue mich…. doch nichts passiert. Ich beginne nachzufragen, und bis ich geklärt habe, wo ich bin und wo der Rest ist, hat das Schießen bereits begonnen. Ich bin richtig abgebogen, die Kreuzung war nur leider die falsche, und wir fahren unverrichteter Dinge – und dezent angepisst – zurück zum Gefechtsstand.

Information ist gut. Wenn sie funktioniert.

Irgendwann bekomme ich dann die Information, dass die Gäste inkl. Betreuern beim Essen sitzen, ich stoße dazu und vereinige mich wieder mit dem Rest der Zelle. Immer noch dezent angepisst. Der klägliche Rest des bereits späten Nachmittages verspricht trotz Regen etwas Sonnenschein, darf ich die Übung doch bis zur Rückverlegung in kommandierender Position verbringen, weil der Kommandant wegen der Vorbereitungen für den Traditionstag („die Veranstaltung am Freitag“, wir erinnern uns) in die MTK zurück verlegt.

Für die Jägerkompanien beginnt jetzt die 24-stündige Gefechtsübung in der und um die urbane Trainingsanlage Steinbach, für die sich klassisches „Jägerwetter“ eingestellt hat: Regen in Mengen. Warum das Jägerwetter heißt, konnte mir noch keiner plausibel erklären. Sauwetter ist naheliegend, aber Jägerwetter? Egal. Die geplante Gefechtsübung verspricht gute Fotos, also vereinbare ich mit dem Aufklärungszug eine Einbettung und entsende unseren rasenden Fotografen Zugsführer F. mit unserem jetzt umgebetteten eingebetteten Toni dorthin. Danach beginnen wir für den Kompanieabend am nächsten Tag mit dem Konzept für die Durchführung der Verleihung von Auszeichnungen, Beförderungen und Verabschiedungen. Wegen der einbrechenden Dunkelheit betten sich die im Aufklärungszug eingebetteten wieder aus und wir vereinbaren eine Re-bettung für den am nächsten Morgen stattfindenden Angriff . Unser Platz im Gefechtsstand wird im „Radl’l“ (Schichtbetrieb, Anm. d. Verf.) besetzt, und ich gehe schlafen und radle in der Früh.

Donnerstag, 13. September

Der Morgen des Angriffs. Ich erlebe ihn nur über den Funk, da ich im Gefechtsstand bin und die Verleihungsg’schichten vorbereite. Namenslisten, Urkunden, Auszeichnungen, Dienstgrade. Ich führe meinen eigenen Krieg. Den Papierkrieg. Zugsführer F. und Toni sind schon wieder mitten im echten Gefecht. Offensichtlich hat schlußendlich jemand gewonnen, denn gegen 1500 Uhr strömen alle wieder in die Unterkünfte. Dreckig, nass, müde, aber keiner grantig und jeder, den ich getroffen habe, gut drauf. Das habe ich schon bei körperlich weniger fordernden Übungen anders erlebt, und diese Motivation, die sich durch das ganze Bataillon zieht, ist einer der Gründe, warum’s mir wieder Spaß macht.

Die Jäger dürfen sich pflegen, im Bataillonskommando findet die Nachbesprechung der Übung statt. Gegen 2000 Uhr beginnen die Kompanieabende, wir hetzen von einer Kompanie zur nächsten, bereiten vor, reichen zu, rufen auf und schaffen es knapp, im vorgegebenen Zeitfenster von 30 Minuten je Kompanie zu bleiben. Mission accomplished. Nach diesem offiziellen Teil besuchen wir noch einmal die Kompanien in gemütlicher Mission, bevor jeder seiner Wege geht. Ich (ver)ende im Nachschubcontainer der 2. Kompanie, wo ich einen Ausbilder aus meinem EF-Jahr treffe und – in alten Zeiten schwelgend – klassisch „picken“ bleibe. Irgendwann gehe ich dann ins Bett.

Freitag, 14. September

Rückverlegung. Da wir alles bereits am Vortag soweit gepackt und verladen haben, hält sich der zeitliche Aufwand heute in Grenzen. Ich verlege, mit Zugsführer F. als Kraftfahrer, in der Pinz’n zurück. Was lerne ich dabei: eine Pinz’n hat keine Nackenstütze, da schläft es sich ganz schlecht. Da hat das Dösen eher etwas von einem Wackeldackel. Nach einer kurzen Entladepause in der Radetzkykaserne fahren wir weiter in die MTK, entladen, verladen, laden um und bringen die Mietpinz’n zum Rückgabeschalter. Danach stimmen wir uns kurz intern ab (eh scho wissen) und halten uns weiters zur Verfügung. Dann geht es schon mit den Vorbereitungen für den Traditionstag los, bei dem ich kurzfristig eine tragende Rolle ergattere: Ich darf die Partnerschaftsurkunde rumtragen. Das Wetter ist herrlich, der Festakt festlich, A., E und M. sind auch da, was will man mehr. Eine Stunde später ist auch der Festakt Geschichte, und wir widmen uns Gulasch und Getränken. Den restlichen Nachmittag verbringen wir mit gemütlichen Plaudereien, das „offizielle“ Übungsende findet statt, während ich auf der Toilette bin (ich hoffe, dass es für mich trotzdem gilt), und nach einer weiteren internen Abstimmung mache ich mich gegen 1900 Uhr auf den Weg nach Hause. Dort finden seit Tagen die Vorbereitungen für die 111 Jahr Feier unserer Feuerwehr am Sonntag statt, aber das ist eine andere Geschichte.

Epilog

Für mich war diese Übung die Entscheidung, ob ich mich entordern lasse, oder ob ich weiter mache. Diese Entscheidung war keine knappe, denn jetzt ist definitiv klar, daß ich mein militärisches Standbein ausbaue. Ich habe den Absprung aus der Versorgung in einen Bereich, der mich interessiert und mir (zumindest meiner Meinung nach) liegt, geschafft. Ich weiß nicht, ob es am Namen und der Tradition der „Hoch- und Deutschmeister“ liegt, aber dieses Bataillon hat einen „Esprit de corps“, den man förmlich spüren kann, und der einen mitträgt.

Obwohl es sich so liest, als hätte gar nichts funktioniert – was wahrscheinlich an meiner Art liegt, das eine oder andere etwas überzeichnet wiederzugeben – hat es mir wirklich viel Spaß gemacht und den lange nötigen Kick gegeben. Dafür, dass man sich alle zwei Jahre für 10 Tage zu einem Outdoorseminar mit Schießen trifft, hat es im Wesentlichen funktioniert. Eine leichtfertig – nicht von mir – für Montag, den 11. September versprochene Übungszeitung ist noch immer in Arbeit und wird am Ende etwas über 120 Stunden Freizeit auf dem Buckel haben. Link dazu folgt.

Aber es stimmt, einiges hat schlecht bis gar nicht funktioniert, und diese Punkte gehören behoben. Das liegt aber nicht in meiner Macht, und ich kann nur hoffen, daß es passiert.

Next Mission: Nationalfeiertag in der Themeninsel Miliz.

Die Rekruten der 2. Gardekompanie begleiten uns auf die Übung.

Das geländegängige Gefechtscabriolet, die „Pinz’n“. Wir hatte eine mit Hard Top.

Die „Bergeachse“, ein S-LKW mit Tieflader, falls eines der Fahrzeuge den Geist aufgibt.

Ja, ich war auch mit, und mußte als Model für den neuen Kampfanzug herhalten. War mir das unangenehm… 🙂

Unser Gefechtsstand, gut bewacht. Ja, üblicherweise wird er so unauffällig wie möglich gehalten, aber wir waren da heuer nicht so…

Bataillonsantreten mit 587 Mann. Da tut sich schon was.

Beim Scharfschießen

Unsere Wache übt das Gefecht, wir fühlen uns sicher.

Poser!

Geübt wurde mit dem DuSim (Duellsimulator). Da wird das Schummeln schwierig.

Ausbildung in der urbanen Trainingsanlage Steinbach.

View from the MTW

Panzerabwehrlenkwaffe im scharfen Schuß. Daneben das auswechselbare Abschußrohr, fix fertig mit Lenkflugkörper.

Nachtschießen I

Nachtschießen II

Jo, der is hin. Zylinderkopfdichtung kaputt.

Verlegung zur Schießvorführung. Check in 3, ready for boarding.

Boarding completed.

und wieder absitzen!

Auf dem Weg in die Stellungen.

Und schon fliegen die Hülsen.

Hat hier jemand eine Panzerabwehrlenkwaffen bestellt? Wir liefern prompt!

Jetzt noch schnell einweisen.

…und schon ist sie da!

Raus mit dem Nockerl!

Ein Teil des Aufklärungszuges.

Na dann tun wir halt ein bissl angreifen!

Aufgesessen und los geht’s!

Ausbilder „Und wos tua ma, waun ma a Fester sehen?“ Rekrut „Melden?“ Ausbilder „Naaaa. Aaainepuff’n!“ Rekrut „Aber wenn da wer drin ist?“ Ausbilder „Aaainepuff’n hot’s ghoassn!“ Zitat „Atompilz von links“, immer wieder passend 🙂

Gruppenkuscheln? Nein, Vorgehen in bebautem Gebiet!

Einmarsch der Ehrenkompanie am Traditionstag.

Deutschmeister einst und jetzt.

Advertisements

Eine Antwort to “Der Herbst ist hier so schön um diese Jahreszeit… Teil II: die Übung und Epilog”

  1. Hallo Claus!

    Zunächst – ganz super, daß Du Dich weiter engagierst! In der ÖA-Zelle hat sich ja ein geniales Team gefunden mit „Profis“ für alle Bereiche der Kommunikation – das gehört gepflegt und ausgebaut! Und genauso wie Du so humorvoll und doch klar vermittelnd schreibst – es war einfach toll! Machen wir alle sicher wieder!!!

    Schönen Sonntag und liebe Grüße

    Toni

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: