Claus’s Blog

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How to bastl… an Schweisstisch

Posted by daClaus - Donnerstag, 26. Juli 2012

Durch meine handwerklichen Aktivitäten in letzter Zeit war es wirklich langsam notwendig, mir einen g’scheiten Schweiss- und Arbeitstisch zu bauen, auf dem man auch schweissen und arbeiten kann.

Die Basis dafür hatte ich seit 4 oder 5 Jahren in der Werkstatt stehen: Einen massiven, fahrbaren (leider nicht motorisierten 🙂 ) Metallschrank, in dem früher medizinische Geräte verbaut waren. Fesch mit zwei Schwenktüren zu öffnen, die man in der Mitte noch einmal einklappen kann, oben leider ohne Platte.

Fertig ist das gute Stück

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Dieser Arbeitstisch in spe fristete ein trauriges und ungenutztes Dasein in einer Ecke der Werkstatt, bis wir einen alten Ikea Couchtisch zu entsorgen hatten. Die Platte hatte fast die perfekte Größe, war nur ca. 1cm zu kurz, was aber nicht wirklich gestört hat. Egal, draufgeschraubt und schon war ein Arbeitstisch da, zu dem ich die Arbeit nicht zwingend bringen mußte, sondern ihn auch zur Arbeit schieben konnte. Gut, kein wirklich wesentlicher Vorteil. Besser ist da schon die Tatsache, daß der Tisch an der Wand steht und ich ihn – sollte ich größere Objekte bearbeiten – mitten in die Werkstatt schieben und mit dem Werkstück werken kann, wie ich möchte.

Die Tischplatte war prinzipiell keine schlechte Lösung, bekam beim Schweissen aber immer mehr seltsame schwarze Flecken – eventuell eine allergische Reaktion auf die Elektroden, oder ein Hitzeausschlag – die ich mir kaum erklären konnte. Eine Lösung mußte her, am besten eine robuste Eisenplatte, denn Eisen ruft keine allergischen Reaktionen hervor. Außer Kopfschmerzen, wenn man es auf selbigen bekommt. Oder bringt das Kinn zum Schlackern, wenn man draufknallt. Dazu aber später.

Einige Woche später ergab es sich, daß ich mein Alteisen loswerden wollte, und dafür nutzte ich den Service „Eisen gegen Kohle“ unseres lokalen Schrotthändlers. Zuuufällig arbeitet dort ein Nachbar, der auf meine Frage bezüglich einer für das Projekt Schweisstisch geeigneten Eisenplatte zu grübeln begann, leuchtende Augen bekam und mich zum Heiligen Gral aller Eisenplattenfürschweisstischsuchenden führte: Einer Eisenplatte eines alten Schweisstisches. An einer Seite dezent verbogen, für meine Zwecke aber perfekt. Und sauschwer.

Das macht aber gar nichts, wenn man einen jungen, kräftigen, unglaublich sympatischen Exnachbarn (so, erstes Bier  verdient) mit einem exzellent gewarteten, geräumigen Citroen Kombi (zweites Bier 🙂 ) aus den 90ern (beide 🙂 ) hat, der ohne Umbau locker als Leichenwagen durchgehen könnte. Der hatte kurzfristig Zeit, und schon war die Platte – mit Hilfe eines Staplers – im Kofferraum verschwunden. Naja, nicht ganz verschwunden, hinten hing sie ein bissl raus und der Citroen runter. Immerhin hatte sie etwa 180 x 100 x 1 cm und g’schmeidige 250kg.

Das Ausladen daheim war dann schon eine spannendere Sache. Dank des hydraulischen Fahrwerkes kam er zwar ohne Aufsitzen bis fast vor das Garagentor, ausladen und reintragen mußten wir sie aber trotzdem. Am präzisesten läßt es sich mit „Bist du deppat, ich sch..ß‘ mich an“ beschreiben. Zu zweit haben wir die Platte dann in die Werkstatt und auf den Unterteil gewuchtet, den Andrea festgehalten hat, damit er uns nicht davon fährt, grob eingerichtet und ob der Anstrengung einem Gösser die Freiheit geschenkt.

Danach gings dann an die Detailplanung. Ausmessen, anzeichnen, Flex starten und eine Trennscheibe nach der anderen vernichten. 4 waren es an der Zahl, sowie viel Staub, Dreck und Funken.

Von der Platte mußte ich etwa 40 bis 50 cm abschneiden, zum Nehmen und Weglegen des Abschnitts – ich wollte ihn nicht unbedingt auf dem Estrich aufschlagen lassen – hatte ich mir eine wohl durchdachte Taktik zurecht gelegt: Zuerst mal oben eine durchgehende Rille machen und die Platte soweit schneiden, daß sie großteils durchgeschnitten ist und nur noch an zwei Stellen hängt. Dann das Material an diesen zwei Stellen soweit minimieren, daß der Abschnitt durch sein Eigengewicht beginnt, leicht nach unten zu kippen. Probieren, ob sie sich bewegen läßt, wenn nicht weiterflexen, wieder probieren etc.

Der Plan sah weiters vor, die hängende Platte ein- oder zweimal zu bewegen, bis das Eisen bricht, und dann irgendwo hinzulegen.

Die Ausführung sah dann allerdings so aus, daß ich den Abschnitt – den ich auf  20 bis 30 kg geschätzt hatte, einmal anhob, das Eisen brach, die Platte – die unvermutet doch so um die 60 kg hatte – mit mir abwärts fuhr und in etwa demselben Moment auf dem Boden aufschlug als ich mit dem Kinn auf der Platte aufpeppelte. Schmerz. Sterne. Kurze Verwirrung. Die ersten Gedanken „Na Oida, was war denn das jetzt?“. Ich fühlte mich wie Holyfield nach einer G’strecken von Tyson, nur daß mich niemand ins Ohr gebissen hatte. Hier kam auch der Vorteil des mondänen Bartes ins Spiel: Er dürfte die Sache etwas abgefedert und mich vor einem Cut am Kinn bewahrt haben. Hat mir eine weitere Erfahrung in der Liste der „Don’t“s sowie zwei Tage Kopfweh beschert.

Nach dieser unfreiwilligen Slapstickeinlage – die sowieso niemanden unterhalten hatte, außer jetzt vielleicht – aber weiter mit dem Umbau. Dazu lasse ich jetzt wieder Bilder sprechen.

Als ersten habe ich die Ecken abgerundet und die Kanten abgeschrägt, um die Sache so kindersicher wie möglich zu machen. Danach ging es an die praktischen Dinge: Halterungen für den Elektrodenhalter und einen Klemmpunkt für die Masseklemme, und zwar so, daß sie nicht stört und nicht beschädigt wird.

Die Masseklemme wird an der Rückseite unter der Eisenplatte angeklemmt. Damit stört sie sonst nirgends und ich kann den Tisch an die Wand schieben, ohne sie zu beschädigen. Die T-Form soll verhindern, daß sie vom Stangl rutscht, sollte ich oben einmal etwas intensiver mit dem Hammer werken.

Was man immer braucht ist Strom. Sei es zum Schweissen oder Flexen, oder nur für ein Ladegerät. Damit reicht es, ein Kabel durch die Werkstatt zu legen. Auch der Schlackehammer hängt hier rum.

Die Rückseite, der Ursprung für den Kabelsalat. Zwischen Masseklemme und Tisch kommt bei Zeiten noch ein Stück Gummi zwecks Isolierung.

Und so schauts jetzt mal innen aus. Das Schweißgerät ist versorgt, fehlen nur noch Auszüge für diverses anderes Werkzeug.

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