Claus’s Blog

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How to bastl a Hochbeet

Posted by daClaus - Mittwoch, 27. Juni 2012

Aus einem anderen Projekt heraus – einem doch recht grossen Gabionenkorb (natürlich werde ich auch darüber schreiben, wenn er fertig ist) – hatte ich von einen Tag auf den anderen plötzlich eine Menge Erde „zur Verfügung“, um nicht zu sagen am Hals.

Kurzübersicht (für die Lesefaulen):
Problem: wie kriege ich viel Erde weg, ohne sie durch den halben Ort oder auf eine Deponie zu karren?
Ziel:
Erde wegzukriegen, ohne sie durch den halben Ort oder auf eine Deponie zu karren.
Lösung: ein Hochbeet!
Aufwand: finanziell: abhängig von Größe/ Arbeit: etwa 20 Stunden
Ergebnis: seeeeehr befriedigend
Bewertung:

4steine

Der Bau an sich war nicht sehr schwer, man sollte nur das richtige Werkzeug zur Hand haben, oder es – sollte man es nicht bei der Hand haben – einfach kaufen (oder – jetztkommtdasbösewort – ausborgen). Mit einer Laubsäge und dem Weltspartagsschraubenziehersatz ist man definitiv „under equipped“.

Wie kann man Erde ohne großen Transportaufwand entsorgen? Man entsorgt sie in einem Hochbeet. Das wollten wir schon seit langem haben, bisher hatte aber offensichtlich der initiale Auslöser „Gabionenkorb“ gefehlt. Ist doch völlig klar, oder? Was assoziiert man z.B. mit Mann? Frau. Mit Schwarz? Weiß. Mit Gabionenkorb? Hochbeet. Also, eindeutig. Kann jeder daheim ausprobieren. Aber dabei nicht an diesen Artikel denken :).

Zum Weiterlesen hier drunter klicken!

Ausgangslage:
Bei der Parkmöglichkeit gegenüber unseres Hauses ist (mittlerweile: war) eine eher unschön anzusehende Böschung von und mit ziemlich viel optisch wenig ansprechendem Bewuchs. Um mein vom Haushaltsgeld gekauftes Schweißgerät argumentieren zu können schmiedete ich den Plan, die Böschung teilweise abzugraben und eine Gabione (korrekter Singular? Ich nenne es ab jetzt einfach Steinkorb) aufzustellen. Huch, hat das jetzt gerade meine Frau gelesen?!? 😉 Natürlich war es aus ästhetischer und pflanztechnischer Perspektive unabdingbar, dort einen Steinkorb zu planen. Wobei, mir fällt gerade auf, daß ich mal wieder abschweife, schließlich geht’s hier nicht um des Steinkorb, sondern um äähh – ah genau – das Hochbeet.

Werkzeuge

  • (Zug-), Kapp- und Gehrungssäge
  • Handkreissäge
  • Bohrmaschine oder starker Akkuschrauber
  • eventuell zweiter Akkuschrauber (einer zum Bohren, einer zum Schrauben)
  • Rollmeter
  • Bohrer für Holz und Stahl
  • Hammer
  • Körner
  • Winkel (groß genug)
  • Bleistift und Lineal (oder Aluleiste)
  • Spanngurt
  • Schraubzwingen
  • Spaten
  • Scheibtruhe
  • Wasserwaage bzw. Alulatte mit Libelle

Material (für LxBxH ca. 200x100x100cm)

  • fertige Lärchendielen, LxBxH 300 x 14,5 x 2,6cm – 14 Stk. (Hornbach hatte hier den besten Preis)
  • Unterkonstruktionsstaffeln Lärche LxBxH 250 x 7 x 3,5cm – 4 Stk.
  • Gewindestangen M8, 4 Stk. ca 109 cm, 4 Stk. Hutmuttern M8, 4 Stk. Beilagscheiben, alles verzinkt (alternativ Edelstahl)
  • Winkelprofil Eisen, 60 x 60 x 4 mm, 101,5 cm lang, 4 Stk. verzinkt (alternativ Edelstahl) aus dem Eisenfachhandel
  • Noppenfolie, L x B x H 250 x wiedicksieebenist x 100 cm
  • Wühlmausgitter, 200 x 100 cm, 10 mm Maschenweite
  • Schrauben (Spax 4x45mm), 56 Stk.
  • Holzschrauben (Sechskant, 6x30mm), 112 Stk.
  • U-Hakerl (oder, wie sie auf der Schachtel heissen, Krampen, was wiederum nichts mit Grabewerkzeugen oder hässlichen Mädchen zu tun hat)
  • ein paar kleine Schrauben und Beilagscheiben zur Befestigung der Noppenfolie
  • Lärchenöl (bei Bedarf)

Ausführung:

  • Zuerst habe ich mit der Kappsäge die Dielen gesägt, in 2m und 1m Stücke. Eine Zug-, Kapp- und Gehrungssäge ist hier von Vorteil, weil man durch die Zugfunktion auch breitere Bretter sägen kann. Eine Kappsäge ohne Zugfunktion ist auf eine bestimmte Breite (ca. 10 – 12cm)  beschränkt. Diese Teile habe ich dann mit einer 45° Gehrung versehen, damit am Ende ein schöner 90° Winkel herauskommt, wenn man Schmal- und Längsseiten zusammenfügt. Das würde ich so nicht mehr machen! Warum: Weil es einfacher ist, die einzelnen Wandelemente zuerst zusammenzubauen und die 45° Gehrung danach mit der Handkreissäge und einem Anschlag zu sägen. Wird dadurch viel genauer.
  • Als nächstes waren die Staffel dran. die waren im Nu auf 101,5 cm gekürzt. Warum dieses Maß? Weil 7 Bretter zu 14,5 cm eben genau diese 101,5 cm ergeben, mit denen ich dann eine – für uns – optimale Arbeitshöhe im Beet habe.
  • Nach dem Ablängen der Bretter waren die Eisenwinkelprofile an der Reihe. Für die habe ich mich aus optischen Gründen entschieden. Die Kombination aus Metall und Holz gefällt mir wesentlich besser, als die Bretter an den Ecken an einem Pfosten zu verschrauben, wo man am Ende nur die hässlichen Schraubenköpfe sieht. Für die Löcher habe ich mir zuerst ausgerechnet, wo ich sie haben möchte (mein Ansatz dabei war je eine Schraube 3 cm innerhalb des Brettrandes), die Maße dann entsprechend auf das Winkelprofil gezeichnet, mit dem Körner die Löcher angekörnert und danach mit einem Stahlbohrer gebohrt. Die Maße habe ich mir zusätzlich auf ein Brett übertragen, um sie mir für die folgenden Profile nicht merken zu müssen 🙂
  • Um mir extreme Zahrerein (schweres tragen, Anm. d. Verf.) von der Werkstatt in der Garten zu ersparen, habe ich die weiteren Arbeiten kurzer Hand direkt an den Ort des Geschehens – den Garten – verlagert. Dabei empfiehlt es sich, eine Plane, alte Decke oder Abdeckflies sowie ein paar Pfosten herzurichten, um das Holz vor Grasflecken zu schützen. Mit den zuvor abgelängten Lärchenstaffeln (Plane hatte ich vergessen, daher Grasflecken, daher mein Tip) habe ich jetzt die Längsseiten zusammengeschraubt. Die Staffel habe ich aus verschiedenen Gründen außen montiert. Zum einem, weil ich dadurch die Bretter von innen nach außen schrauben kann und man die Schrauben später nicht sieht, und weil die Bretter durch den Druck der Erde auf die Staffel gedrückt werden und dadurch keine Schrauben ausreißen können. Zum anderen, damit die ganze Sache durch die Gewindestangen guten Halt hat. Damit’s ka Wamp’n kriegt. Dabei kommt der Winkel zum Einsatz, damit das ganze dann a G’sicht hat und später auch ein schönes Rechteck wird, und keine Pflanzraute. Als Daumenregel habe ich etwas von einer Verbindung je angefangenem Meter gelesen, da ich Sachen aber lieber stabiler baue habe ich mich bei meinem Beet für 2 Verbindungen entschieden. Eigentlich 4, weil ich sie oben und unten montiert habe.
  • JETZT wäre der richtige Zeitpunkt, um die 45° Gehrung zu sägen. Dazu mißt man einfach den Abstand vom Anschlagblech der Handkreissäge bin zum Sägeblatt und addiert die Dicke des Brettes dazu. Warum? Weil a² + b² = c² ist, sprich ich dadurch mit einem 45° Schnitt genau auf die gewünschte Länge kommen sollte, ohne zuviel oder zu wenig wegzunehmen. Oben anzeichnen, unten anzeichen, ein Brett anzwingen und entlang dieses Brettes eine wundervoll gleichmäßige Gehrung sägen. Von der spitzen Seite (der längeren Seite) kann man nun ca. 2 mm wegnehmen, weil die innere Ecke im Winkelprofil kein rechter Winkel, sondern leicht gerundet ist. Das gilt auch für die Schmalseiten, da hier aber kein Pfosten vorgesehen ist, kann man die Bretter mit einem Brett an der Innenseite und entsprechend langen Schrauben – die die Seite des Hochbeetes nicht durchstoßen – fixieren.
  • Als nächstes wird nun das Winkelprofil angeschraubt. Dazu habe ich – weil Lärche sich gerne mal verzieht – die Außenseiten der Wand mit einem Spanngurt zusammengezogen, um unschöne Spalten zu vermeiden. Unter die Gurte auf jeden Fall etwas Stoff oder z.B. Arbeitshandschuhe legen, da der Gurt sonst Abdrücke im Holz hinterläßt. Jetzt habe ich die Löcher an den Enden vorgebohrt und das Profil mit Holzschrauben befestigt, dann verschiebt sich nichts, wenn der Rest der Schrauben vorgebohrt und geschraubt werden.
  • Ist alles verbunden und montiert kann man daran gehen, das Beet – am besten neben dem zukünftigen Standort – zusammenzuschrauben. Bei der beschriebenen Größe waren wir zu zweit gut beschäftigt. Für mich war es die einfachste Lösung, eine Seitenwand am Boden liegen zu haben, dann sie Schmalseiten zu montieren und am Schluß die zweite Längsseite als Deckel draufzulegen. Damit tut man sich beim nächsten Punkt auch gleich leichter…
  • …der da wäre: Wühlmäuse aus dem heiligen Land der Kohlrabi fernzuhalten. Dazu wird das Wühlmausgitter am unteren Rand befestigt, z.B. mit U-Hakerln angenagelt. Muß nicht schon sein, muß nur „dicht“ sein. Ich habe den Fehler gemacht, Hasengitter zu verwenden. Das ist nicht optimal, da die kleinste Maschenweite trotzdem noch zu groß ist, also habe ich – nachdem ich das erfahren habe – noch zwei zusätzliche Lagen im Beet befestigt. Sollte passen, ist aber unnötiger Materialverbrauch, zumal das Gitter relativ teuer ist.
  • Damit wäre das Hochbeet eingrabbar. Ein Stück eingegraben werden soll es, damit es a) später guten Kontakt zur Erde hat und sich Nützlinge wie Regenwürmer darin breitmachen können, und b) auf schiefem Untergrund – wie bei uns – gerade steht.
  • Das Eingraben ist recht unkompliziert: die Eckpunkte ausstecken, mit einer Schnur markieren, den Umriß ausstechen, die Schnur wieder wegräumen und graben. Die Grassonden werden nachher noch gebraucht, deshalb habe ich sie in Bahnen ausgestochen und zur Seite gelegt. Dann so lange buddeln bis alles gerade ist. Als empfohlene Tiefe habe ich Netz etwas von 2 Spatenblattlängen gelesen, das war mir viel zu viel. Bodenbedingt ist das Hochbeet vorne ca. 5 cm tief im Boden und hinten ca. 25 cm. Abschüssiger Grund eben. Auf ebenem Grund wäre es für mich ausreichend gewesen, einfach die Grasnarbe zu entfernen, sprich ca. 5 – 10 cm tief zu graben. In dieses „Loch“ habe ich dann ein paar Natursteinplatten gelegt, damit das Beet einen festen Stand hat und nicht direkt auf der Erde steht. Ziegel sind dafür nicht optimal, da sie sich im Boden mit der Zeit zersetzen.
  • Jetzt kann das Beet ENDLICH aufgestellt werden! Da macht es sich bezahlt, es direkt an Ort und Stelle zu montieren, sonst kann man es – wie wir – mit der Technik der alten ägyptischen Pyramidensklaven durch den halben Garten transportieren.
  • Zum Befüllen findet man im Netz Anleitungen en masse, ich habe mich an folgende gehalten. Ein Geheimtip: Ganz unten mit Hollunderschnitt beginnen, der hält Wühlmäuse ab. Mögen die gar nicht. Ich hoffe, das wissen die auch.
Befüllung

Befüllung

  • Als letztes werde ich den oberen Rand des Hochbeetes umlaufend mit einem schräg montierten oder konkav gefrästem Lärchenbrett versehen, damit Schnee und Regen das Holz der Wände nicht direkt angreifen, sondern abrinnen können.

Das Ausgangsmaterial

Die künftigen Löcher am Eckprofil sind angezeichnet. Am Holz dahinter die aufgeschrieben Maße als Gedächtnisstütze.

Alles gebohrt. Eine Säulenbohrmaschine wäre hier Gold wert gewesen, mit dem Handbohrer hängt sich das doch ziemlich an.

Seitenwand. Zusammengebaut. In der Wiese. Ohne Plane. Grasflecken. Zeit: 1635. Zarter Westwind. Die Frisur hält.

Da die Bretter an den Ende teilweise auseinander gelaufen sind, habe ich sie mit einem Spanngurt zusammengezogen und danach das Eckprofil montiert. Unter den Spanngurt an den Schmalseiten der Bretter sollte man etwas unterlegen, da er sonst im Holz unschöne Abdrücke hinterläßt.

Eckprofile sind montiert

So sind die Enden zu spitz.

Besser.

Beim Zusammenbau habe ich mir so leichter getan. Die Schmalseiten stehen fast von selbst in den montierten Eckprofilen der Längsseite und müssen nur noch mit dem Winkel ein bissl eingerichtet werden.

Zum leichteren Einrichten – die Schmalseiten sind lose Bretter und nicht miteinander verbunden – habe ich sie mit zwei Brettern und Zwingen zusammengehalten. Die Kreissäge hängt dort, weil die Bretter durch das einzelne Schneiden mit der Kappsäge unterschiedlich lang waren und ich sie deshalb so auf gleiche Länge bringen und mit der 45° Gehrung versehen mußte. Klassisches Prototypenproblem.

Das Gitter ist montiert. Hier bitte KEIN Hasenstallgitter nehmen – so wie ich es gemacht habe – sondern ein echtes Wühlmausgitter.

Der Umriß ist ausgestochen. Ist recht spaßig, einen 2x1m großen Umriß zu markieren und dann den Nachbarn beim Graben mit irrem Blick anzugrinsen. 🙂

Die Rasensonden sind ab- und aufgehoben. Die brauchen wir noch.

Auf die Steinplatten wird das Hochbeet draufgestellt, wenn das ganze in der Waage ist ist das auch kein Fehler.

Sitzt, paßt, hat Luft. Jetzt kommt die Noppenbahn dran, mit den Noppen bitte Richtung Holz! Man beachte die Libelle 🙂

Noch nicht mal befüllt und schon junges Gemüse drin…

Bereit zum Befüllen. Da mir Lärche so gefällt, wie sie ist, habe ich sie mit Lärchenöl eingelassen. Macht man das nicht wird sie mit der Zeit grau. Was hier noch nicht zu sehen ist sind die Gewindestangen, die habe ich jeweils 30cm von oben und von unten durch die aussenliegenden Staffeln montiert.

Ich befülle das Hochbeet nach diesem Schema. Von der Höhe der Äste soll man sich nicht täuschen lassen, das Beet kann am Anfang ruhig 3/4 hoch mit Ästen und Strauchschnitt angefüllt werden, die Rasensonden und die restliche Befüllung drücken das dann auf ca. die dargestellte Höhe zusammen

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