Claus’s Blog

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Schifoan – again

Posted by daClaus - Dienstag, 13. April 2010

Unglaublich, aber wahr. Nach dem Schitag mit A. am Ötscher hat sich heuer nochmal die Möglichkeit ergeben, die Brettl’n durch den Schnee zu ziehen, und zwar in Form eines Season Ending Männerwochenendes *grunz*grunz*grunz* in Obertauern. Ist zwar Mitte April ein gewagtes Unterfangen, aber mit der Aussicht auf Sonnenschilauf – bis 1200 auf der Piste, danach auf der Hütte – durchaus erstrebenswert. Leider hat die Reiseleitung auf diesem Sektor völlig versagt.

teilnehmende Personen:

ich: ich
F.: Flo, Reiseleiter, Organisator, Freund und sowohl mein als auch G.s Trauzeuge. Auch bekannt unter „Meine haarige Frau“, da Andrea immer hämisch behauptet, eigentlich hätten bei unserer Hochzeit nicht sie und ich, sondern F. und ich geheiratet, da das einzige Foto, das ich aufgehängt habe, von F. und mir ist 🙂
G.: Gregor, Freund und Trauzeuge von F.
M.: Markus, Freund und niemandes Trauzeuge (falls doch kenne ich ihn nicht)

Prolog
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Da F. und G. bereits letztes Jahr still und heimlich einen intimen Saisonausklang zu zweit in Obertauern verbracht haben – was heftige Proteste von mir (bin ja auch Protestant :)) und wahrscheinlich auch M. nach sich zog – wurden wir beide heuer auch dazu eingeladen. Die Hoffnung von F., daß ich – wie so oft – aus Faulheit absage und M. – wie so oft – einfach nicht kommt haben wir aus reiner Bosheit gründlich zerschlagen. Also wurde für 10. bis 12. April ein Schiwochenende für vier geplant. Wie es sich gehört haben 75% der Mitfahrer tatkräfig mit den Worten „F. organisiert das“ mitgearbeitet. Geplant war ursprünglich die kollektive Anreise in einem VW-Bus, bei der sich F., G., und M. in Wien getroffen und mich auf dem Weg aufgeklaubt hätten. Aus Angst vor den germanischen Horden, die sich bei einer möglichen Abreise am Sonntag auf der A10 eventuell gen Norden wälzen und weil der Weg über die Westautobahn nicht der Ideallinie entspricht trafen sich F., G. und M. in Wien, während ich mich – auch, um der Belästigung durch die Hüttengaudehits 1 bis 97 zu entgehen –  entschieden hatte, alleine zu fahren.

Zum Weiterlesen hier drunter klicken!

Samstag, 10. April:

0700: Tagwache. Eigentlich wollte ich ja gegen 0600 abfahren – der Rest war immerhin schon seit 0515 unterwegs – allerdings hat mir die 30er Feier eines Freundes am Vorabend ein bissl einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also Coffee2Drive gezapft und los ging’s.

0750: Los geht’s. Rauf auf die Autobahn, Tachonadel auf 1×0 km/h festgenagelt (sollte hier ein Cop mitlesen 🙂 ) und Richtung Westen gedüst. Die Fahrt verläuft recht ereignislos, außer auf der Tauernautobahn gibt es fast keine Baustellen, dort dafür umso mehr. Trotzdem komme ich nach exakt 2h50m in Obertauern an.

1040: Nach kurzer Suche das Hotel gefunden

1041: An der Eingangstüre des Hotels das erste WTF?! Erlebnis (neudeutsches Akronym für eine Kombination aus: Bist du deppat! und Scheiß an, Paula): Der einstmals gepflasterte Eingangsbereich weist ziemliche Löcher auf, die gekonnt unter einem abgetretenen Perser (hat der überhaupt eine Aufenthaltsgenehmigung?) versteckt werden. Wurscht, Türe auf (Quiiieeeetsch) und rein. Alles finster… Die Szenerie erinnerte mich spontan an die Licht ins Dunkel Werbung: Ist da jemand?!?. Nach kurzer Suche die Rezeption gefunden, der Schlüssel für das Zimmer, das ich mir mit M. teile, ist – erraten – nicht da. Nach der doch recht langen Fahrt brauche ich erst mal ein WC.

gegen 1050: WC gefunden, und das war gar nicht leicht, denn die einzige Lichtquelle ist mein Handydisplay. Das Ganglicht ist kaputt. Egal, rein ins WC, Licht aufgedreht – finster. Abgedreht, wieder aufgedreht – noch immer finster. Nach kurzer Zeit beginnt die Lampe gaaanz leicht zu glimmen – aha, Energiesparlampe. Na gut, kann ja nicht lange dauern, bis man was sieht.

gegen 1052: Das gibt’s ja nicht, die Leuchtintensität hat sich von Zigarettenglut auf Zigarrenglut gesteigert, zu sehen ist genau nix. Egal, WC ertastet und den Aaaaah-Effekt genossen.

gegen 1100: Auf gut Glück das Zimmer gesucht und die (einzige) Angestellte des Hotels eben dort beim Putzen angetroffen. Darum war auch kein Schlüssel da.

gegen 1120: Der Begrüßungsschnaps ist schwer notwendig und hat den Schreck kurzzeitig gelindert. Genau so lange, bis ich einen Blick ins Bad werfe, wo das Glas der Lampe zerbrochen auf der Badewanne liegt und die Fassung samt Dübel von der Wand hängt. Die Anschlußfuge an die Badewanne kann man ohne weiteres als Sparbüchse verwenden, ein Euro paßt ohne weiteres in den Spalt zwischen Silikon und Wanne. Den Rest hat mein Gehirn verdrängt.

gegen 1135: Ich mache mich umgezogen auf den Weg zur Piste.  Das Licht am WC brennt mittlerweile wahrscheinlich mit akzeptabler Leuchtkraft.

gegen 1137: Auf der Piste angekommen (der einzige Pluspunkt für die Wahl dieses Hotels), F., G. und M. waren schon brav unterwegs. Das Wetter ist durchwachsen und variiert von Wolken und Nebel bis Nebel und Nebel. Ab und zu schneit’s sogar. Die Piste ist oben eisig (für meine Begriffe – nicht spiegelglatt, aber die Kanten greifen kaum. Kann auch am fehlenden Skiservice liegen), unten schneekanonensulzig. Der Übergang dazwischen ist spontan. Kurzbeschreibung, zusammengefaßt in einem Wort, dessen Bedeutung jeder Österreicher sofort erfassen kann: Oasch.

gegen 1400: Mittagspause auf einer Hütte, die Spaghetti lassen mich emotionslos unbeeindruckt zurück. Danach geht’s wieder auf die Piste.

gegen 1550: Wir erklären den sportlichen Teil des Tages vorerst für beendet und widmen uns auf der Edelweisshütte dem Aprés Ski. Bei der Wahl zwischen dem lauschigen Wintergarten mit ca. 80db und dem Inneren der Hütte mit ca. 120db entscheidet unser Reiseleiter sich für letzteres. Meinen Tinitus werde ich demnächst auf den Namen Flo taufen. Drinnen ist es recht warm, eng, laut und auch sonst nicht recht gemütlich, was sich – kombiniert mit der Musikauswahl – nur mit Radlerkrügln ertragen läßt. Draußen schneit’s wie blöd.

gegen 1700: Meine Theorie, daß auf Aprés Ski Hütten nur gesoffen wird, um die Musik zu ertragen, und daß ohne Musik alle nüchtern wären, hat sich bestätigt, und ich werde damit demnächst – mit mir als Vergleichsgruppe – an die Öffentlichkeit gehen. G. läßt sich gehen und bestellt Apfelsaft MIT Punkterl.

irgendwann nach 1800: Talfahrt, Sauna, frisch und fertig machen fürs Abendessen

gegen 2030: Wir verlassen das Hotel zum Futtern Richtung Lürzer Alm. Die Frage an die einzige Angestellte, ob der Zimmerschlüssel eh auch die Haustüre sperrt wird mit „Ah, da is eh Tag und Nacht offen“ beantwortet. Ebenso die Gegenfrage „und der Skistall auch?“. Na sehr supa… In der Lürzer Alm bestellen 75% eine Zwiebelsuppe, 100% bestellen Spare Ribs. Wie man sieht sind wir uns einig. Der Wetterbericht für die kommenden Tage wird analysiert und man beschließt, die vorzeitige Abreise vom Sonntag abhängig zu machen.

2130: ab diesem Zeitpunkt ist die Lürzer Alm als Aprés Ski Disco bekannt/ berüchtigt, das wollen wir uns anschauen. Entweder sind wir wirklich schon so alt oder der Großteil der anderen Gäste ist wirklich erst 14, jedenfalls ist der Kindergarten dort weniger unterhaltsam, da hilft auch kein Radler mehr.

2300: wir reißen ab ins Hotel und vereinbaren Frühstück gegen 0830. Es schneit immer noch wie blöd.

Sonntag, 11. April:

0800: Tagwache. Habe mir den Wecker auf 0800 gestellt, um gemütlich gegen 0830 beim Frühstück zu sein.

0802: F. und G. klopfen an und sind bereits fix fertig angezogen. Sehr strange…

0810: M. und ich gehen frühstücken, F. und G. sind natürlich schon da. Das Frühstück ist ok. Ein Blick durch den Frühstücksraum beschert uns ein weiteres WTF?! Erlebnis: Die Semmerl werden auf dem Gitter der Heizung aufgebacken (oder warm gehalten, was auch immer), daneben stehen die Thermoskannen. Ahhh ja…

0830: Der Wetterbericht wird analysiert und diskutiert, alles spricht gegen eine Verlängerung bis Montag. Unmut gegenüber der Reiseleitung macht sich breit.

gegen 0900: Wir ziehen uns um und gehen ein bissl shoppen, schließlich verspricht das nebenan liegende Sportgeschäft (mir unverständlicher Weise trägt es den Namen „Freudenhaus“ – WTF?! Nr. 3) satte Rabatte in der Höhe von 40% und mehr. Ich brauche dringend eine helmtaugliche Skibrille, in meine alte zieht’s rein wie in ein Vogelhäus’l. Mein Helm ist mir auch ein bissl zu groß.

gegen 1000: Ich habe mich in Unkosten gestürzt und zur neuen Brille auch einen neuen Helm erstanden. Wie G. kurz zuvor richtig bemerkt hat: Je höher der Preis desto interessanter werden die Prozente :). F. kauft sich die gleiche Brille (oder ich kaufe die gleiche wie er) und denkt auch über einen neuen Helm nach, genauso wie G. und M.

gegen 1020: Frisch behelmt geht’s auf die Piste. Das Wetter ist fast so wie am Samstag, nur daß es immer noch schneit, man aber mehr sieht. Eine nicht unwesentliche Menge Neuschnee verspricht zumindest ein schönes Fahrerlebnis. Wir schnallen an, fahren weg und ich verbeuge mich: Der Schnee pickt wie die Hölle. Ich vermute Sabotage in Form eines Fliegenleimbandes auf meinem Belag, da es den anderen aber auch so geht liegt es wirklich am Schnee. Für M. und sein Snowboard wird es teilweise ein Wandertag, für mich als gemütlichen Fahrer ein Alpinskitag mit den Langlaufelementen Skating und Doppelstockschub. G. geht’s ähnlich, F. ist auf dem Board sowieso eine alte Pistensau und kommt auch ohne abschnallen überall hin.

gegen 1300: Mittagspause, G. hat mir mit seinem Gerede über Topfenstrudel einen unbändigen Gusta auf Mehlspeise gemacht. Ich entscheide mich für einen Kaiserschmarren, der gottseidank ohne Rosinen serviert wird. Die Sonne kommt raus!

gegen 1330: Den Rest zieht’s wieder auf die Piste, ich bin schwer gemästet und brauche eine Pause. Ein Bankerl in der Sonne drängt sich dazu förmlich auf.

gegen 1400 Uhr: Der Rest klaubt mich wieder auf und wir fahren weiter. Das Wetter ist sogar für den April zu übertrieben und variiert innerhalb von Sekunden von blauem Himmel und warmer Sonne zu schneesturmartigen Zuständen mit Eisbildung im Bart, und umgekehrt. F. und ich sind von unseren neu erstandenen Brillen schwer begeistert. Ich von meinem Helm sowieso, der saugt sich förmlichauf den Kopf und sitzt besser als ein Pepi. Je nach Wetterlage wird diskutiert, ob wir verlängern oder doch abfahren sollen.

gegen 1615: Seit kurzem gibt es ein beständig wolkenloses Band über uns, also ab in die Hütte, um noch ein bissl Farbe zu schinden. Fleißig genug waren wir. Um eventueller Dehydrierung vorzubeugen ordern wir – außer G. – einen Radler. Bei der anschließenden Projektarbeit mit dem Thema „Preise auf österreichischen Skihütten“ kommen wir zu dem Ergebnis, daß das Radlerkrügerl um EUR 4,10 (man beachte – es handelt sich um ein EU-Krügerl zu 0,4l) bezogen auf ein Krügerl zu 0,5l, so wie es in zivilisierten Ländern üblich ist, in echtem Geld über 70 Schilling kostet. Es folgt ein Schwelgen in Zeiten, als der Diesel um rund 6 Schilling (mittlerweile zwischen 16 und 18 Schilling) und Bier im Österreichkrügerl um rund 30 Schilling zu haben war. Wehmütig wird ein weiterer Radler bestellt, in einem EU Normgebinde das so unnötig ist wie normgekrümmte Gurken.

gegen 1730: Talfahrt, G. wird übermütig, wagt einen kleinen Sprung und reißt eine Brez’n, worauf er sich im Anschluß einen Helm und neue Stöcke kauft, da einer doch ziemlich geknickt ist. Die Stöcke haben sogar eine Bruchgarantie, was aber nicht heißt, daß sie garantiert brechen. Der Schmäh konnte dem Verkäufer grad nur ein müdes Lächeln abringen :). F. schlägt auch noch bei einem Helm zu – beide beim gleichen, den ich in der Früh gekauft habe, da sie das Design überzeugt hat und man damit nicht wie Lord Helmchen ausschaut. M. kauft sich eine Brille – die gleiche wie F. und ich, da ihn der Test auf der Piste überzeugt hat. Beim nächsten gemeinsamen Urlaub sind wir oberhalb des Halses ziemlich uniform unterwegs. Dann wird gepackt und …

1755: …ab geht’s nach Hause. Bis nach Linz geht’s zügig dahin, bei St. Valentin plötzlich Stau – Autobahn gesperrt. Nach faden 40 Minuten mit mehr Stop und weniger Go Verkehr tut sich auf einmal was. Das ganze setzt sich in Bewegung, fast wie bei einem Formel 1 Start in Zeitlupe, nur nicht so sportlich. Nach ca. 10 km haben sich die Spuren sortiert: rechts die rücksichtsvollen Langsamfahrer, in der Mitte die mühsamen Krabbler und notorischen Mittelstreifenfahrer und links der Rest. Das geht gut bis Amstetten Ost, wo die Autobahn nur mehr zweispurig wird, was die Mittelstreifenfahrer scheinbar derart verwirrt, daß alles nur mehr 40km/h fährt. Der mittlerweile einsetzende Regen wirkt sich nicht unbedingt positiv aus, bis zu meiner Autobahnabfahrt ist keine akzeptable Reisegeschwindigkeit mehr möglich.

2200: Ankunft daheim, endlich.

So kann Obertauern Mitte April sein.

Fürs Protokoll: Die Entscheidungsgrundlage zur vorzeitigen Abreise. Der Wetterbericht, nicht der Flo.

In der neich'n Schoin: "Unser" Helm und "unsere" Brille

Ein bissi bissi Sonnenschein

Flo hebt ab

Mein Kaiserschmarren

Von so..

...bis so in nicht mal einer Minute

2 Männlein im Schnee (F. und M.)

Was für die Oberschenkel, eine unpräparierte Piste, im Rennenglisch Skiroute genannt.

Auf der Hütte

Noch ein Stimmungsfoto, so hätte es länger sein können. Der Reiseleitung hat das gereicht, um sich abzuputzen und Forderungen wegen der nicht erfüllten Sonnengarantie rücksichtslos abzuschmettern.

Und noch der Blick durch die neue Brille. ist in Wahrheit noch viel pinkiger als auf dem Foto.

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