Claus’s Blog

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Intermezzo: Das „warme Klo“ wird saniert

Posted by daClaus - Mittwoch, 17. März 2010

Während der Wartezeit zum Trocknen des Putzes im kalten Klo (Dezember 2009, Anm. d. Autors) gab es folgende Optionen:

Option A: Bis Weihnachten einfach nix machen, den Advent genießen und relaxen
Option B: Das WC im Obergeschoß herrichten

Ich muß – denke ich – nicht näher ausführen, welche Option gewählt wurde. Schließlich schreibe ich nicht darüber, wie ich Wochen lang owezah (owezah’n = nichts arbeiten, Anm. d. Autors).

Kurzübersicht (für die Lesefaulen):
Problem: WC mit ziemlich gewöhnungsbedürftigem Fliesenstil, rinnendem Spülkasten und austauschwürdigem Thron
Ziel:
ein optisch ansprechendes Häusl
Lösung: neue Fliesen, Dekorputz, ausmalen, Holzboden schleifen, neues WC, Kastl als Stauraum
Aufwand: finanziell: hauptsächlich abhängig von der Wahl der Fliesen und des WCs/ Arbeit: netto etwa 40 Stunden (exkl. Kastl)
Ergebnis: sehr befriedigend
Bewertung:

3steine

Was ich hier gelernt habe, und beim unteren WC berücksichtigen werde: Eine glatte Wand ist beim neu Fliesen ein Muß. Auch wenns eine Sauhack’n ist, der alte Fliesenkleber gehört entfernt, sonst übertragen sich Unebenheiten auf der Wand 1:1 auf die geflieste Fläche. 

Ohne Schleichwerbung machen zu wollen möchte ich hier den Fliesenhändler meines Vertrauens erwähnen, die Fa. Se-No in Böheimkirchen (hat mittlerweile leider zugesperrt. Ich war nicht dran schuld!) :  Beratung und Service passen immer, das Sortiment ist sehenswert (vor allem, wenn man den südlichen Stil bevorzug, nennt sich nicht umsonst italienisches Fliesenzentrum), und – auch selten – er macht einen guten Preis, auch wenn man nur Material kauft und er an keiner Dienstleistung verdient. 100%ige Zufriedenheit von meiner Seite, und das ist selten!

Zum Weiterlesen hier drunter klicken!

Ausgangslage:
WC in der ausgebauten Mansarde (also mit Dachschräge). Der Boden ist recht mitgenommen, die Muschel schon ziemlich verkalkt, der Spülkasten schließt manchmal nicht dicht (was bei einer Senkgrube eher unschön ist) und die Fliesen müssen auch nicht mehr sein.

Der Urzustand

Werkzeuge und Material:

Fliesen:

alles zum Thema Fliesen findet man hier (noch nicht, verlinkt wird, sobald die Temperaturen am kalten Klo wieder im zweistelligen Plusbereich sind und ich dort fliesen kann. Schließlich sollen die Fliesen durch den Kleber an der Wand bleiben, nicht festfrieren.)

Verputzen (als Dekorputz):

  • Kübel und Rührer zum Anrühren des Putzes
  • Feinputz (leicht körnige Struktur) oder Spachelmasse (keine Struktur – glatt)
  • Traufel zum Aufziehen des Putzes/ der Spachtelmasse
  • Kelle bzw. Spachtel zum Strukturieren

Das ist ein Traufel

Boden schleifen:

  • je nach Raumgröße eine große Schleifmaschine (kann man im Baumarkt ausleihen), eine kleine Schleifmaschine (für die Ecken, in die man mit dem großen Schleifer nicht hinkommt) und eventuell – für die Fetischisten – einen Deltaschleifer (z.B. für Arbeiten beim Türstock)
  • Schleifblätter in entsprechender Körnung (und Anzahl)
  • Schutzausrüstung! Zumindest Mundschutz, ich habe zusätzlich mit Schutzbrille und Gehörschutz gearbeitet. Ja, ich gestehe, ich bin eine Pussy, aber lieber eine Pussy als derrisch (schwerhörig) oder Holz im Auge
  • Siegellack
  • Werkzeug zum Auftragen (steht auf dem Siegellack). Ich bin ein Freund der Lammfellwalze
  • Staubsauger

Ausmalen:

  • Farbe (no na) nach Wunsch
  • Streichinstrumente nach Bedarf: Pinsel, kleine Walze (auch Mauserl genannt), große Walze(n), Spritzgitter
  • Kreppband zum Abkleben
  • Folie, Karton oder Malervlies zum Abdecken des Bodens

Ausführung:

  • Fliesen – siehe oben
  • Strukturputz – Dachschräge und Wände mit Haftgrund streichen, damit der Putz an der Schräge bleibt und einem (darauf hoffe ich zumindest) nach dem Trocken nicht auf den Kopf fällt.
  • Nach dem Trocknen des Haftgrundes wird mit dem Traufel der Dekorputz oder die Spachtelmasse aufgezogen. Die notwendige Mindestdicke steht auf der Sackerlanweisung. Der Vorteil der nachfolgenden Strukturierung ist, daß man nicht extrem genau arbeiten muß. 🙂 Es empfiehlt sich, den Putz in Teilstücken aufzutragen und zu strukturieren, damit er nicht anzieht, bevor man strukturiert hat.
  • Es wird strukturiert. Dabei einfach mit einer Spachtel nach Wahl vorsichtig (sprich nicht zu brutal) den Putz bearbeiten. Eventuell an einer Stelle ausprobieren, die man später nicht sieht, um das richtige Muster zu finden.
  • Ist alles nach Wunsch strukturiert: trocknen lassen
  • Boden schleifen – aufgrund der kleinen Fläche habe ich mir das Ausborgen eines Schleifers erspart und zum Exzenterschleifer gegriffen: Exzentrisch war ich dabei mit Körnung 80 (bis der alte Lack weg war), 120 und 240. Beim Schleifen aufpassen, daß keine Nägel aus dem Boden stehen (wer kennt’s: Versichern ist Feigheit! 🙂 ) und daß der Schleifer gleichmäßig bewegt wird, sonst hat man ein klassisches Waa im Holz (eine Suttn im Boden, also eine Vertiefung halt). Absaugung ist hier von Vorteil, Mundschutz ist sowieso Pflicht. Auf dem geschliffenen Boden nur mit Socken bzw. Schuhüberzug aus Stoff gehen, sonst versiegelt man sich später die schönen Schuhabdrücke!
  • Danach Siegellack gemäß Anleitung auftragen. Konkret hieß das bei mir: Geschliffenen Boden absaugen – Lack – trocknen lassen – mit K240 anschleifen – abwischen bzw. absaugen – Lack – trocknen lassen – mit K240 anschleifen – abwischen bzw. absaugen – Lack – trocknen lassen – fertig. Aufgetragen habe ich mit einem Stück Schaf am Stiel (soll ja keiner behaupten können, ich wäre stiellos *hrhrhr*).
  • Boden gemäß Anleitung (bei mir eine Woche) in Ruhe lassen
  • Ausmalen – was soll man dazu groß erklären. Boden abdecken, Dinge, die nicht unbedingt gestrichen werden sollen mit Kreppband abkleben und an die Wand mit der Farbe. Die Ecken mit einem Pinsel vorstreichen, den Rest nach belieben spritzen (kenne keinen, der das selbst daheim so macht), pinseln (dito) oder walzen (das ist ein Bingo!).
  • Das wars, danach wieder das Klo auf den Abfluß, anschließen und die Renovierung abschließen.

Mitten drin: Fliesen geklebt, neues Eckventil, Wand und Schräge verputzt und strukturiert, Boden geschliffen und lackiert. Wegen eines Lieferengpasses bei der Fugenmasse (Betriebsferien über Weihnachten, pfff) ist es noch nicht fertig. Das neue WC steht schon seit ca. 3 Wochen im Vorraum.

So schaut’s aus, wenn der Deckel für den Abfluß nicht dicht schließt… (aus Asterix redt Wienerisch – Da Woasoga / © Les Editions ALBERT-RENÉ, GOSCINNY-UDERZO)

Das Ergebnis…

*klick* 2fache Vergrößerung: Das Kastl ist 2mal in Palisander lasiert. Jaaa, erwischt, die Stuckleisten an den Seiten gehören noch gestrichen. Dazu ist mir bisher aber keine passende Farbe eingeschossen: Weiß ist irgendwie öde, die Farbe der Dachschräge (ganz heller Braunton) ist mir zu wenig Kontrast, Erik meinte blau (ein ganz helles Blau wääre vielleicht eine Option), ich wäre für einen dünkleren, aber nicht zu dunklen, aber auch nicht zu hellen Braunton. Man sieht, alles ist offen. Vorschläge werden gerne angenommen!

*klick* 4fache Vergrößerung: Aufmerksame Beobachter werden die zum Griff umgewandelte Billardkugel wiedererkennen, die auch schon im alten WC ihren Dienst versah. Eine Hommage an das alte Häusl und ein Sinnbild der Vergänglichkeit irdischer Dinge. Naja, eigentlich fanden wir nur die Idee des Billardkugelgriffs ziemlich geil. Unter dem Deckel (vom Kastl, nicht von Klo) ist Stauraum, gedacht vor allem – schon recht exotisch in einem WC – für Klorollenpackungen.

Detail: Auf diesem Bild kann man die Farben der Fliesen am ehesten erkennen. Die oberste und die untersten beiden Reihen sind ein dunkleres Rosa, zwischen den Stuckleisten sind sie hellrosa. Die Fugenmasse ist Bahama. Zu Beginn erschien uns der Gedanke an rosa Fliesen zu gewagt, nachdem wir aber die Musterplatten daheim hatten war es schnell klar: Rosa, sowohl für das obere als auch für das untere WC. Hauptentscheidungsgrund war, daß beide WCs ziemlich dunkel sind und Rosa einfach das wärmste Gefühl vermittelt. Das hat sich jetzt als goldrichtig erwiesen. Sonstige Kandidaten waren – im gleichen Stil von der gleichen Firma (ABK, Produktlinie Romanica) – in Blau- bzw. Grüntönen gehalten. Die blauen Fliesen werden wir später bei der Renovierung unseres Bades verwenden. Die Farben kommen am Besten bei Sonnenlicht zur Geltung, da werde ich wohl noch ein Foto machen müssen.

Und hier nochmal bei Tageslicht.

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