Claus’s Blog

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Panta rhei – Alles fliest: Part I – Sanitärinstallation und Verputzen

Posted by daClaus - Samstag, 9. Januar 2010

Ja, ok, der Titel mag dem einen oder anderen körperliche Schmerzen bereiten, hat sich aber bei diesem Projekt geradezu aufgedrängt. Natürlich heißt es korrekterweise „Alles fließt“, in der neuen deutschen Rechtschreibung wahrscheinlich „Alles fliesst“. Von daher ist der Titel doch gar nicht sooo weit hergeholt. 🙂

Jetzt aber zum Thema…

Kurzübersicht (für die Lesefaulen):

Problem: Durchgangs-WC (vulgo „Das kalte Klo“, weil es im Winter dort unter 10°C hat) mit ziemlich gewöhnungsbedürftigem Fliesenstil
Ziel: ein optisch ansprechendes Häusl mit leicht geänderter Wasserinstallation
Lösung: neue Fliesen, ausmalen bzw. Dekorputz
Aufwand: finanziell: hauptsächlich abhängig von der Wahl der Fliesen/ Arbeit: summiert sich (mal wieder)
Ergebnis: tba
Bewertung:

5steine

Wie so oft können sich unter der Oberfläche unschöne Dinge verstecken, wie in unserem Fall ein komplett unbrauchbarer Putz. Das hat mich aber - ehrlich gesagt - mittlerweile nicht mehr sonderlich überrascht. Geärgert schon. 5 Steine nur deshalb, weils ein kleiner Raum war. Wohnzimmergröße wäre der Overkill gewesen.

Eigentlich wollte ich das in einem einzigen Artikel verpacken, auf Grund des tatsächlichen Aufwandes wirds ein Mehrteiler. Deshalb: Teil 1 – Sanitärinstallation und Verputzen

Zum Weiterlesen hier drunter klicken!

Ausgangslage:
Kleiner Durchgangsraum mit WC, Waschbecken und Waschmaschine, vom Vorbesitzer unseres Hauses liebevoll als „Dreckschleuse“ (vom Wohnbereich in seine Schlosserwerkstatt) bezeichnet. Der Fliesenstil war in der Kategorie „Hundertwasser schwer auf Drogen“ – Fliesen zerbrochen, mosaikartig aufgepickt, mit dezent oager Fugenmasse von schwarz bis ins poppig – grelle gelb und neonpink. Den Gesamteindruck erklärende Phrase: Bist Du Moped.

Die Ausgangslage: rechte Seite...

und linke Seite

Werkzeuge und Material:

Sanitärinstallation:

  • Bohrhammer mit Stemmfunktion (Drehstop) und Meissel zum Einstemmen der Leitungen. „Größeres“ Gerät ab 1 Joule Schlagenergie ist von Vorteil, je nach Wand.
  • Schutzausrüstung! Schutzbrille, Gehörschutz, evtl. Mundschutz gegen den Staub
  • Einen Installateur, den man zur Not befragen/ benutzen kann
  • abhängig von System und Material (Kupfer, Kunststoff – löten, pressen oder schweißen) das richtige Werkzeug. Ich arbeite in der Variante Kunststoff – geschweißt, da dieses System in unserem Haus bereits verwendet wurde.
  • Wasserwaage
  • Leitungen, Fittinge (heißt wirklich so), Anschlüße etc.
  • Abflußrohr
  • Stopfen zum Verschließen der Anschlüße
  • Eckventile, Wasserhähne
  • Dichtmaterial (Teflonband, Gewindedichtschnur, Hanf – net rauchen!)

Verputzen:

  • Bohrhammer mit Stemmfunktion (Drehstop) und breitem Meissel zum Abstemmen des alten Putzes. „Größeres“ Gerät ist von Vorteil. Hängt sich zwar ziemlich an, man ist aber schneller fertig
  • Schutzausrüstung! Schutzbrille, Gehörschutz, evtl. Mundschutz gegen den Staub
  • Einen Installateur, der Verputzen kann und den man zur Not befragen/ benutzen kann (Danke, Walter 🙂 )
  • Fäustel und Stemmeisen zum Nacharbeiten
  • Wasserwaage
  • diverse Spacheln und Kellen
  • Kübel und Rührer zum Anrühren des Vorspritzers/ Putzes
  • Vorspritzer
  • Grobputz
  • Feinputz
  • eventuell Metallprofilleisten für Ecken und Kanten
  • Holzleisten in der gewünschten Putzstärke


Ausführung:

  • Alles ausräumen, bei Wasseranschlüssen das Wasser abdrehen (eh kloa), die Eckventile abbauen und den Anschluß mit einem Stopfen (blau für kalt, rot für warm) verschließen. Diese Stopfen sind dicht, hat man – wie fast allgemein üblich – nur einen Hauptwasserhahn im Haus/ in der Wohnung kann man das Wasser danach wieder aufdrehen. Bei Steckdosen den Stromkreis stromlos schalten, die Rahmen abmontieren und die ganze Unterputzdose gut (beim Fliesen bzw. Verputzen ist immer Wasser im Spiel) abkleben. Am Besten komplett abklemmen und die Leitungen wasserdicht verpacken bzw. den Stromkreis stromlos lassen.
  • Jetzt kommt der brachiale Part: Bohrhammer in Anschlag und runter mit den Fliesen und dem alten Kleber. Dabei nur aufpassen, daß der darunter liegende Putz nicht zu sehr beschädigt wird. Kleine Pecker bzw. Unebenheiten kann man später mit Fliesenkleber ausgleichen, größere sofort mit Reparaturmörtel/ -putz. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, daß sich bei ungeübten am Anfang der eine oder andere Ausrutscher einschleichen wird.
  • Wer unter den Fliesen einen guten Putz vorfindet kann den Rest überspringen (außer, er will sich an meinem Leiden ergötzen) und direkt zum Teil II – Fliesen springen.
  • OK, wer das hier liest hat entweder eine sadistische Ader oder das gleiche Problem wie ich: einen maroden Putz.
    Nach dem Abstemmen der Fliesen kam mir der Putz irgendwie verdächtig vor. Die oberste Putzschicht war recht ok, die Stellen, wo ich der Kraft des Bohrhammers erlegen und ein bissl in die Wand gefahren bin (oder wo die Fliese gleich samt Putz von der Wand gefallen ist) sahen komisch aus. Irgendwie – sandig.
    So sandig, daß ich während der Arbeit Reggae hören wollte und einen unbändigen Gusta auf Caipirinha verspürte. Mojito wäre auch ok gewesen. Das Rauschen im Ohr war allerdings nicht das Meer – auch nicht mein Tinitus (schließlich stemme ich mit Gehörschutz) – sondern das Rieseln der Putzes, der auf die Plastikfolie fiel.
  • Damit war klar – der Putz muß runter. Also ein größeres Gerät ausgeborgt, Stemmmusik unter den Gehörschutz gebracht und losgelegt. Die Entscheidung erwies sich im Nachhinein als sehr richtig, das größte Putzstück, das von der Wand fiel, war ca. einen halben m² groß, sauber getrennt von der darunterliegenden Ziegelwand. Die mußte ich nur noch abkehren. Ein Hoch auf den Erfinder der Stahlkappenschuhe. Über den rieselnden Mörtel zwischen den Ziegeln möchte ich nicht zu viele Worte verlieren, den habe ich etwa 2cm tief entfernt und die Fugen mit neuem Mörtel wieder verschlossen.
    Stemmmusikempfehlung: Pro Pain – Fistful of Hate. Damit schüttelt’s einen sowohl im Takt des Bohrhammers als auch im Takt der Musi.
  • Danach wird vorgespritzt. (Da sehe ich den Flo grad dreckig grinsen, wobei – er liest meinen Blog sowies nicht). Der Vorspritzer gibt dem Putz den nötigen Halt auf der Wand und wird – wie der Name schon sagt – maschinell oder (wie in meinem Fall) händisch aufgespritzt. Dazu habe ich ihn in einem Kübel dünn angerührt und mit einer Kelle an die Wand geworfen. Hier gilt „weniger ist mehr“ und lieber öfter an die gleiche Stelle. Hintergrund ist, daß – zumindest bei einem Laien wie mir –  immer nur die gleiche Menge an der Wand kleben bleibt (mehr ist dem Vorspritzer wahrscheinlich kollektivvertraglich untersagt) und der Rest auf den Boden fällt. Habe ich mehr auf der Kelle fällt im Endeffekt mehr auf den Boden. Logisch, oder? Es reicht, die Kelle einmal senkrecht in den Kübel zu tunken, wieder rauszuziehen und ruckartig Richtung Wand zu bewegen, den Rest macht die negative Beschleunigung. Ab und zu ein bissl mit der Kelle durchrühren, damit sich die Steinderl im Vorspritzer nicht am Boden des Kübels absetzen. Die Wand soll am Ende gut bedeckt sein, je weniger freie Stellen, desto besser.
  • Vorspritzer gemäß Sackerlanleitung trocknen lassen
  • Leisten in der gewünschten Putzdicke lotrecht an der Wand befestigen. Nageln, schrauben, wie auch immer. Über diese Leisten wird der Putz dann abgezogen. Als ungeübter Putzer sollte der Abstand zwischen den Leisten ca. 50cm, aber nicht größer als 1m sein.
  • Bei einer alten, unebenen, vielleicht nicht ganz lotrechten Wand zwingt sich die Verwendung von Putzlehren auf. Dabei wird eine Art senkrechte Leiste aus Putz an die Wand geworfen, lotrecht abgezogen und geglättet. Ein Abstand von ca. 50cm ist auch hier empfehlenswert. Wie sie seitlich aussehen ist egal, Hauptsache, die Front stimmt. Darüber wird dann abgezogen, und ist die Putzlehe wellig, wird auch die Wand wellig.
  • Verwendet man Metallprofile sollte man diese auch jetzt montieren.
  • Putz gemäß Sackerlanleitung anrühren. Mache ich – da ich beim Verputzen eh nicht so schnell bin – händisch mit der Kelle im Kübel.
  • Anwerfen kann man nicht nur den Griller, sondern auch den Putz (OK, das hab ich jetzt von Düringer geklaut… Sorry, Roli!). Dazu wird der Putz mit der Kelle schwungvoll aus dem Handgelenk an die Wand geworfen. Kann ich leider nicht besser erklären, entweder kann man mal einem Profi zuschauen oder man kriegt die richtige Bewegung mit der Zeit selbst raus. Mit Schwung deshalb, damit sich der Putz gut mit dem Vorspritzer verbinden kann. Es empfiehlt sich, ein Brett auf den Boden zu legen, damit kann man’s mit dem Putz, der statt auf der Wand auf dem Boden landet, nochmal probieren.
  • Den Putz mit einer Latte (Alu, Holz, …) über die angenageltschraubtwasauchimmerten Leisten von unten nach oben abziehen. Ziel ist eine ebene Fläche.
  • Ist der Putz angezogen (nach dem Abziehen ein bissl angetrocknet) kann man ihn vorsichtig mit dem Reibbrett abreiben. Bilden sich Schlieren ist er noch zu feucht und man wartet besser noch ein bissl. Wenn nicht wird gerieben. Im Netz habe ich auch „Wird die Oberfläche matt, abreiben“ gelesen. Die angenageltschraubtwasauchimmerten Leisten kann man nach dem Anziehen des Putzes wieder entfernen und die Rillen mit Putz verschließen.
  • Den Putz trocknen lassen. Feingeputzt habe ich nicht, weil eh die Fliesen drüberkommen.

die linke Seite. Zum Schutt wegschaufeln hat sich die Schneeschaufel bewährt.

Die Heimat der neuen Wasserleitungen.

rechts ohne fliesen. NOCH steht das WC da...

linke Seite, Wasser ist installiert Das Einflicken in die bestehende Wasserleitung war ein bissl mühsam...

Nach der Erkenntnis "Der Putz muß weg". Volle Montur, der Kenner erkennt die Anschlaghaltung des Bohrhammer mit "British Ready".

links, jetzt ohne Putz

rechts, vorgespritzt

rechts, Putzlehre ist an der Wand

links der Versuch mit Latten

Die erste Bahn ist drauf - ja, jetzt immer noch 🙂

links fertig verputzt...

und - Hurraa - so gut wie in der Waage.

Weiter geht’s mit Teil II – Verfliesen, sobald der Putz getrocknet ist und ich dazu komme :-).

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Eine Antwort to “Panta rhei – Alles fliest: Part I – Sanitärinstallation und Verputzen”

  1. […] von daClaus am Mittwoch, 17. März 2010 Während der Wartezeit zum Trocknen des Putzes im kalten Klo gab es folgende […]

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